London Marathon 26.4.2015: Überwältigend!

London Marathon 2015: Das Beste, was ich bisher an Marathon erlebt habe!

Als ich mich im Herbst 2014 bei der Wohltätigkeitsorganisation Pancreatic Cancer UK um einen Startplatz für den London Marathon bewarb, hätte ich wenig Hoffnung, da ich es schon drei mal versucht hatte. Um so erfreuter war ich, als Hannah vom Team mir mitteilte, dass ich dabei sei! Ich war sehr stolz, für ihr Team laufen zu dürfen und Spenden für an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankte Menschen in UK einzuwerben. In Summe kamen über 1.100 GBP zusammen. Vielen Dank an alle Spender! Mich verbindet mit dieser Krankheit der Tod meines Freundes Tomas E. eben daran. Die „Abschlussparty“ des Teams direkt nach dem Lauf mit Massage, gemeinsamem Essen und Trinken aller 139 Teammitglieder und deren Familien begann mit furiosem Beifall, als die Läufer einzeln in den Saal eintraten: Meinen die mich? Ja, Gänsehautfeeling spürte ich. Danke dem Team und insbesondere Hannah, dass ich das erleben durfte!

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Der Marathon war bestens organisiert. Auf der Expo gab es wenig Warteschlangen, eine tolle Stimmung und von allen Wohltätigkeitsorganisationen jeweils einen Stand. Am Sonntag fuhr ich mit der U-Bahn zum Start: Greenwich Park, roter Start (es gibt drei unterschiedliche Startpunkte, die Läufer treffen sich nach drei Meilen). Auch dort wenig Warteschlangen und die Läufer sehr diszipliniert, da überall zu lesen war: „Don’t…..“

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Um 10:10 Uhr war offizielle Startzeit, die Profis laufen eine Stunde vorher los. Als Paula Radcliffe ihren letzten London Marathon startete und der Sprecher dieses sagte, wurde es ohrenbetäubend laut: Die Briten lieben ihre Heldin Paula über alles, sie hält immer noch mit 2:15 den Marathon Fabelweltrekord der Frauen. Die zweitschnellste Zeit liegt immer noch drei Minuten dahinter. Voll motiviert konnte es nun losgehen bzw. laufen.

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Ich kam gegen 10:30 Uhr über die Startlinie. Auch gut organisiert war, dass direkt vor dem Start noch wieder „Urinale“ 100 Meter entfernt standen, diese Chance nutzte nicht nur ich. Die ganze Strecke war gesäumt von Zuschauern in mehreren Reihen. Es war wahnsinnig laut, sehr oft würde ich aus meinem „Tunnel“ durch ein „come on Dörk“ herausgeholt, manchmal habe ich mir etwa mehr Ruhe gewünscht. Die Stimmung war 2/3 der Strecke so, wie es in Hamburg bei der Verengung am Rothenbaum bei etwa KM 38 der Fall ist. Warum ist das so? Fast sämtliche Läufer betreiben Fundraising und laufen für ein Team. Die Teams und die Angehörigen stehen am Streckenrand und sehen ihre Helden, da sie fast alle Shirts der jeweiligen Organisation tragen. Das Tracking führt dazu dass, auch mein Team mich direkt auf der Tower Bridge und kurz vor dem Ziel, noch vor dem Buckingham Palace, wild anfeuerte.

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Das war motivierend! Bei KM 22, nach der Tower Bridge, wäre fast alles vorbei gewesen, da ich eine Bodenwelle nicht sah und fast gestürzt bin. Ich konnte mich nur halten, da jemand von hinten mich packte und ich links eine Läuferin fast mit nach unten riss, als ich meinen Arm reflexartig auf ihrem Rücken abstützte. Alles ist für alle gut gegangen. Bei dem Faststurz spürte ich sofort in der rechten Wade eine Verkrampfung, welche sich aber sofort löste. Ich sagte zu den Mitläufer: „Sorry“ und war froh, dass keinem etwas passiert war. Der Brite hinter mir, sagte mir noch drei mal, dass er mich nur halten wollte, wofür ich mich bedankte. Durch diesen Zwischenfall wurde mir bewusst, dass ich etwas Tempo rausnehmen sollte, um das Ziel gesund zu erreichen; dieses tat ich auch, zumindest 1 Meile:-)

Meine Taktik ging auf, denn ich hatte mir vorgenommen, die ersten 20 Meilen durchzulaufen (anstatt in 3 Stunden nun in 3:07) und dann Zwischenbilanz zu ziehen, was geht. Viel ging nicht mehr nach vor, aber es waren ja auch nur noch „6“! Es klingt komisch, aber 6 Meilen sind nur noch 6 Einheiten und nicht 10 (Kilometer), so dass ich nun einzeln runterzählte. Immer wieder kämpfte ich mit dem Gedanken, dass ich einmal gehen möchte: Ich habe den Kampf gewonnen und bin ganz durchgelaufen. Die letzten zwei Meilen waren zwar lang, aber ich habe sie wirklich genossen. Etwa eine Meile vor dem Ziel war die Energie noch da für ein Selfie vor dem Buckingham Palace, ja das Ziel war greifbar nahe. Das Lachen war anstrengend:-)

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Kurz vor dem Ziel sprach mich eine Miläuferin fragend an: „handinhand?“ Was wollte sie von mir? Ich liebe meine Frau und halte doch nicht Händchen mit einer Fremden. Da erinnerte ich mich an das Motto von der Expo, dass bei dieser 35. Austragung erinnert werden sollte an den Hand in Hand Zieleinlauf 1981 von den Gewinnern Dick Beardsley and Inge Simonsen. So sollte es dann sein, es passte auch zum gesamten London Marathon, mehr ein Teamevent als ein Einzelevent. Nach dem Zieleinlauf noch ein gemeinsames Selfie mit ihrer Bitte, ihr das Foto zu senden. Über Startnummer und Facebook war dieses Leicht gemacht. Danke, Sarah!

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Das Ziel erreichte ich in neuer persönlicher Bestzeit von 4:09,11. Stolz trage ich nun seit zwei Tagen die Medaille des London Marathon um den Hals: Am Montag gab es am London eye zur Belohnung ein Guinness mit Blick auf Big Ben:

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Den Bericht schreibe ich gerade sitzend im Covent Garden bei schöner klassischer Musik.

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Fazit:
Ich bin immer noch überwältigt von dem gesamten Event des Londo Marathon und von dem Team Pancreatic Cancer UK!

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