Lohner Marathon 16.5.2015

Lohne lohnt sich! – nun bin ich ein echter Marathoni, dank Johannes!

Drei Wochen nach dem Londonmarathon hatte ich mich wenige Tage vor dem Lohner Marathon dazu entschieden, die 4 Runden a 10,55 KM anzugehen. Vorgenommen hatte ich mir, die ersten drei Runden je in 1 Stunde zu laufen und dann mal zu schauen, ob eine neue Bestzeit unter 4:09 drin ist – daran geglaubt habe ich nicht wirklich.
Der Abend vorher mit Jens war physiologisch nicht die beste Vorbereitung – wir haben uns die Flasche Riesling geteilt. Für die Psyche war es sehr gut, ein schöner entspannter Abend mit einem Freund, den ich noch anspornen konnte, mit mir am 25.10.2015 in Venedig gemeinsam den Marathon zu laufen.

Am Start traf ich neben Antonius, Gabi und weiteren Laufbegeisterten auch Johannes. Als er mir sagte, dass er in 4 Stunden finishen wollte, bekräftigte ich, dass ich zumindest 3 Runden mitlaufe. Kurz noch ein Selfie, da wir alle noch gut aussahen.

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Die Runden sind schnell erzählt. Wir liefen konstant minimal unter 5:39/KM, so dass wir in den ersten drei Runden beim Zieldurchlauf immer 20 bis 30 Sekunden schneller waren als die volle Stunde. Die ersten beiden Runden waren locker, da wir beide wussten, dass es nur ums Einlaufen ging. Wir pushten uns immer wieder: Das ist unser Tag! Der Tag war gerettet, als bei KM 20 meine Töchter Anna-Katharina und Caroline uns anfeuerten und auch Wasser lieferten. Dass sie unseren Hund Cleo losließen und er uns fast zum Sturz brachte, vergaßen wir schnell. Der Support war tolle Motivation, daneben konnte ich mein Jacke abgeben.
Vor der dritten Runde hatten wir beide Respekt, da wir den Körper spürten und es nur eine „Transportrunde“ ist, um zu sehen, was in der letzten Runden mit Schmerzen noch geht. Nach der halben dritten Runde schaltete ich unser Handy an, um die letzten 20 Minuten der Bundesliga Konferenz zu hören. Gut war, dass wir so abgelenkt waren, schlecht war, dass Johannes HSV Fan ist und es insbesondere nicht der Tag des HSV war.
Es blieb aber unser Tag! Wir durchliefen den Marktplatz bei KM 31,7 und wussten, dass der erste KM der letzten Runde fast nur bergab ging. Ab KM 35 musste ich beißen. Kurze Gedanken, dass wir etwas ruhiger angehen lassen sollten, sprach ich nicht aus, sondern erinnerte mich daran, dass man am Ende nur an gute Momente denken darf. Ich stellte mir vor, wie es sein würde, wenn ich tatsächlich unter 4 Stunden finishen würde, Arme hoch…..Zu Johannnes sagte ich anfeuernd, aber sehr leise: Das ist unser Tag! Die letzten 7 KM lief Johannes immer etwa 3 Meter vor mir. Immer wieder sagte er „Komm, Dirk, dranbleiben!“ Er wirkte so, als ob er nun lossprinten könnte. Ich blieb dran. Ab KM 6 der letzten Runde, d.h. noch 4,5 Restkilometer, ging es Richtung Innenstadt und bis KM 8 bergab. Die letzten 2,5 KM standen an, wir konnten es schaffen! Ich erinnerte mich, dass ich nur ein Gel gegessen hatte. Hunger hatte ich nicht, ich trank ein Elektrolyte Getränk aus meinem Gürtel, es schmeckte schrecklich, aber ich glaubte, dass es mir half. Bis zum KM 10 Schild ging es bergauf, alles tat mir weh. „Bleib dran, Dirk!“ Dann waren es nur noch 400 Meter, wir werden es schaffen. Ich wollte sagen „Das ist unser Tag!“ Ich konnte es nicht mehr, auch wenn ich wusste, dass wir es schaffen werden. Wir liefen bei 3h 58min und 11,5sec durchs Ziel, Johannes noch einige Meter und Sekunden vor mir. Seine Familie erwartete ihn frenetisch jubelnd. Nach dem Ziel fiel ich ihm in die Arme! Danke, Johannes! Ich werde ihm ewig dankbar sein, dass er mein Hase war und mich zu dieser Fabelzeit durch Ziel gezogen hat.

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Der Dank gilt neben Johannes auch den Lohner Waldschleichern als Organisatoren. Viele Helfer, die uns alles an notwendigen Getränken reichten – selbst Flensburger Bier war (bei nicht amtlichen Helfern) im Angebot – und uns auch noch anfeuerten! Danke Irmgard, Hermann, Werner und die vielen anderen!

Nun habe ich keinerlei Zeitziele mehr im Marathon, da ich einmal unter 4 Stunden laufen wollte, um ein echter Marathoni zu sein, das ist erreicht. Dass dieses in meiner Heimat lohne glückte, freut mich, aber als Marathon Gloebetrotter muss ich die sub4h auch noch in einer europäischen Metropole wiederholen – Ende September 2015 steht Berlin mit Antonius an! Nach dem Lauf ist vor dem Lauf…….. Nun wird erholt! Angefangen habe ich damit schon direkt nach dem Zieldurchlauf.

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Eine Antwort to “Lohner Marathon 16.5.2015”

  1. Johannes Blömer 17. Mai 2015 um 13:24 #

    Hallo Dirk. Danke für das viele Lob. Du bist allerdings jeden Meter selbst gelaufen. Schöner Bericht über den Lauf. War mir ein Vergnügen, mit dir zu laufen. Bis demnächst Johannes

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