ITU Hamburg Triathlon Olympische Distanz 13.07.2014

Was für ein Tag, dieser 13. Juli 2014! Alsterwasser schmeckt gut! Wir werden Weltmeister!!!

Es hat einen riesen Gaudi gemacht, mal nicht nur zu laufen, sondern auch mal zu schwimmen und Fahrrad zu fahren. Für den ITU Hamburg Triathlon hatte ich mich entschieden – für die olympische Distanz, da mir die Sprintdistanz für eine Anreise nach Hamburg nicht lohnenswert erschien. Daneben konnte ich Alex überreden, mitzumachen – wir hatten schon gemeinsam den Stockholm Marathon 2013 bewältigt.
Samstag Abend konnte ich noch live in der ARD verfolgen, wie die britischen Brownlee Brüder und die anderen Profis über die Sprintdistanz „flogen“. Auf die Frage unserer Tochter Caroline, warum ich am Sonntag doppelt so weit schwimmen, laufen und Fahrrad fahren muss, obwohl ich doch schlechter bin als die Profis, hatte ich nicht wirklich eine gute Antwort, nur, dass ich es selber will. Am Sonntag Morgen ging es los nach Hamburg. Mit Alex fuhr ich gegen 9 Uhr zum Startbereich. Wir konnten von der Lombardsbrücke schon die zahlreichen Schwimmer in der Binnenalster sehen. Wir waren beruhigt, als wir die ersten Brustschwimmer sahen – wir waren also nicht die einzigen Nichtkrauler.

Foto 3

Nachdem die Räder eingecheckt waren, ging es zum Start um 10:30 Uhr. Alle 10 Minuten stürzten sich etwa 160 Schwimmer in die Binnenalster – wie die Lemminge! Direkt vor dem Start musste es noch ein Foto sein mit der schönsten Badekappe, die ich je getragen habe (ich kann mich nur daran erinnern, dass ich bei dem Triathlon in Damme schon mal eine Kappe aufhatte):

Foto 4

Nun waren wir also tatsächlich dran – die Binnenalster lag direkt vor unseren Füßen. Wochen vorher hatte Alex noch Zweifel geäußert, da das Schwimmen noch nicht optimal lief. Nach ein paar Trainingseinheiten waren aber alle Zweifel beseitigt. So sahen wir vor uns noch die 10:20 Uhr Startgruppe:

Foto 5

Die Alster war mit 24 Grad sehr warm. Unsere Taktik war, hinten zu starten, damit wir nicht von den muskulösen Wettbewerbern mit Kraulschlägen unters Wasser befördert wurden. Anfangs war es etwas eng, aber es verteilte sich schnell. Es war ein wahnsinniges Gefühl, mitten in der Binnenalster kurz innezuhalten und auf die Hotels und anderen Gebäude zu schauen: Fast irreal, hier mitten drin zu sein! Da ich nicht immer voll konzentriert war, musste ich hier und da Alsterwasser schlucken, was gut schmeckte:-). Unter der Lombardsbrücke durch ging es in die Außenalster zur Wendemarke. Nach 1.500 Metern hatte ich den Ausstieg am Rathausmarkt erreicht. Dort, wo am Vortag noch die Brownlees u.a. hinausstürmten, durften wir nun aussteigen. Knapp 38 Minuten habe ich gebraucht, was zwei Minuten mehr als der Plan war. Trotz Nieselregens machten die Zuschauer eine tolle Stimmung, die ich quasi inhalierte. Über mit einem Teppich bedecktes Kopfsteinpflaster ging es barfuß laufend zum Fahrrad. Gut, dass wir bei Arnold oft Barfußlaufen trainieren, sonst hätte ich bei dem Vorderfußlaufen vermutlich Wadenkrämpfe bekommen. Beim Rad angekommen ging es darum, sich schnell ein wenig abzutrocknen und dann in die Radschuhe und mit dem Rad auf die Straße, welche schon fast ganz trocken war. Die Sonne kam auch schon raus!
Das Radfahren lief auch sehr gut. Meine Spitzengeschwindigkeit lag bei knapp 50 KM/h, als ich am Fischmarkt die Straße hinunterfuhr. Kurz erfasste mich dabei Panik, da ich dachte, dass ich die Kurve nicht packte – es ist gut gegangen und führte dazu, dass ich auf der zweiten Runde die Kurve etwas langsamer nahm. Bei etwa KM 25 hat mich Alex überholt, dabei dachte ich die ganze Schwimmstrecke, dass er etwa 50 Meter vor mir schwimmt. Kurz konnte ich dranbleiben, musst ihn aber dann ziehen lassen. Mein Ziel, in Summe unter drei Stunden zu bleiben, war aber noch realistisch, auch wenn der erste Wechsel aufgrund der langen Strecke vom Wasserausstieg zum Rad gute 5 Minuten kostete. Die 40 sehr schönen Kilometer beendete ich nach 1 Stunde 17 Minuten, d.h. dass ich unerwartet doch schneller als 30 KM/h war. Der Wechsel dauerte anschließend etwa 4 Minuten, so dass ich beim Laufen nicht Trödeln durfte, aber sehr zuversichtlich war.
Die ersten 3 KM waren die Schienbeine so hart bzw. schmerzten, dass ich dachte, so geht hier gar nichts. Ab KM 4 lief es aber locker. Bei 4,5 KM kam mir Alex wieder entgegen und wir klatschten uns ab. Wir waren schon dort mächtig stolz auf uns. Bei KM 5 am Wendepunkt der Laufstrecke musste ich mir ein Selfie gönnen:

Foto 6

Die nächsten Kilometer konnte ich sogar noch etwas an Tempo zulegen. Die Vorfreude auf den letzten Kilometer vom Jungfernstieg bis hin zum Rathausplatz war riesig. Auf einer Kirchenuhr erblickte ich, dass es fünf vor halb 2 war, so dass ich unter drei Stunden bleiben sollte. Das Durchlaufen der Zuschauertribüne war so ein Moment, weswegen sich Sportler wie ich so einer Tortur aussetzen: Da waren sie in Massen in mir die kleinen Tierchen: Endorphine überall!!! Nach 2 Stunden und 58 Minuten erreichte ich das Ziel. Alex war schon gut erholt, da er einige Minuten vorher angekommen war. Wir waren stolz auf uns und unsere Medaillen.

Foto

(Bei Betrachtung des Bildes sagte unser Sohn Constantin: „What a wörst“ – meinte er „worst“ oder „Wurst“? Ich denke, dass er an seinem Englisch arbeiten muss:-))

Meine 2 Stunden 58 Minuten und 12 Sekunden reichten unter den Männern zu Platz 1.900 (von 2.624) und in meiner Altersklasse zu Platz 361 (von 498). Rechne ich im Sinne der Gleichberechtigung auch die Frauen herein, bin ich sogar (!) auf Platz 2.130 (von 3.227).

Danke ITU Hamburg, es war perfekt organisiert und hat wahnsinnig viel Spaß gemacht! Das hat Appetit auf mehr gemacht: In 2015 könnte es mal ein 70.3 Ironman werden, vielleicht Luxemburg.
Bis dahin steht aber noch als Sightseeing Marathon der Guernsey Marathon Ende August an und als (vermutlicher) Jahresabschluss der Berlin Marathon: Noch ist im Kopf, dass ich dafür mal auf unter 4 Stunden trainiere – schaun mer mal, was der Sommer noch so mit sich bringt.

Das abendliche Highlight war natürlich, dass wir Weltmeister geworden sind. Was ein schöner Tag!!!

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