Challenge Roth 17. Juli 2016 – meine erste Langdistanz!

Challenge Roth 17. Juli 2016 – we are triathlon!

Kurzfassung:
Es war ein Wahnsinnserlebnis und ich bin froh, es durchgezogen zu haben. Mein persönlicher Respekt vor der Leistung ist verhalten, da ich den abschließenden Marathon in 5 Stunden 40 Minuten halb gegangen und halb gelaufen bin – das ist noch Steigerungspotential und es ist ein Grund, es noch mal zu machen. Danke an den hl. Blasius, dass mein Infekt an dem Tag weg war, danke meinem Coach und Freund Arnie und danke an die vielen Menschen, die mich angefeuert und mich damit angespornt haben!

Erst war es nur ein Traum
Vor vielen Jahren – im letzten Jahrtausend – habe ich mal einen Bericht vom Ironman Hawaii gesehen. Für mich war klar, dass dieses die ultimative sportliche Herausforderung ist: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und abschließend noch einen Marathon von 42,195 Kilometer laufen. Ich habe damals nicht daran gedacht, dass ich dieses mal schaffen könnte, es war für mich nicht vorstellbar. Auch nachdem ich 2005 mit dem Laufen begann und 2007 meinen ersten Marathon in etwa 5 Stunden 20 Minuten in Bremen finishte, war kein Gedanke an Triathlon vorhanden. In den vergangenen Jahren habe ich aber die Veranstaltung in Hawaii teils nachts im Livestream verfolgt und war stets begeistert. Irgendwann hatte ich auch meinen ersten Volkstriathlon in Lohne mitgemacht, danach auch mal mit Irmgard und Herrmann in Thüle, so dass Triathlon mich reizte. 2013 hatte ich mich mit Alexander entschieden, in 2014 sogar eine Halbdistanz mit dem Ironman 70.3 Luxemburg mitzumachen. Es waren in Summe herrliche gut 6 Stunden in der Mosel – als einziger in Badehose und dazu noch Brust schwimmend – und in den Weinbergen und beim abschließenden Halbmarathon. Danach war klar, dass es mal eine volle Distanz sein muss. Kurz danach sah ich auch das Ironman – anything is possible – Werbevideo auf Youtube, da war der Ohrwurm nicht mehr wegzubekommen. Ich habe es mittlerweile unzählige Male gehört und kenne den Text fast auswendig:
„To accomplish something exraordinary, one must have an exraordinary dream. The goal is so high, the journey so demanding, that it`s achievement to most seems impossible. For 35 years, Ironman has defined a sport, growing from a single race into a global movement and a new generation of athletes. In 25 countries with over 200 events Ironman inspires to reimagine our limits, to set our sights higher, to go farther than we ever have before. Ironman is a statement of excellence, passion, commitment. It is a test of physical toughness and mental strength. Ironman is about persevering, enduring and being part of something larger than ourselves. It shows the hights that can be achieved when we push beyond our boundaries and go to the distance to earn the title – Ironman.“
Das Video bzw. der Text und seine Begriffe hatten meinen Ehrgeiz insbesondere geweckt. Es musste irgendwann einmal sein. Im Sommer 2015 meldete ich mich mit Alexander für die Langdistanz in Nizza am 5. Juni 2016 an. Alexander musste sich Anfang des Jahres aus privaten Gründen abmelden, so dass ich die Langdistanz alleine in Angriff nehmen musste. Ein Link auf Facebook, den mir Monica am 23. Januar 2016 zusandte, sagte, dass die Challenge Roth erstmals zum 15jährigen Jubiläum Nachrückerplätze vergab. Noch am gleichen Tag bewarb ich mich. Am 28. Januar 8.49 Uhr erreichte mich die Mail: „Du hast wirklich großes Glück! Wir haben einen Einzel-Startplatz für Dich!“ Ich durfte mich zum Preis von 530 Euro (Normalpreis 480 euro zzgl. 50 Euro Charity Anteil) anmelden. Ja, ich habe es gemacht, da Roth der Ursprung des Triathlon in Deutschland ist und es sehr schwer ist, einen der gut 3.000 Einzel-Startplätze zu bekommen. Ab dann hieß es für mich: „Road to Roth 2016“

Die Vorbereitung
Die Grundvoraussetzungen waren gegeben: Schwimmen hatte ich schon im Schulunterricht, Rad fahre ich sogar gerne und seit 10 Jahren laufe ich Marathon. In Absprache mit meinem Coach Arnie galt es nun, Schwerpunkte im Training zu setzen. Stärken haben wir zwar keine echten gefunden, aber dafür zumindest zwei Disziplinen, wo ich zuerst noch Grundelemente lernen muss: Schwimmen und Rad fahren, besser: „Rennrad“ fahren.
Beim Schwimmen war/ist die Herausforderung, dass man bei einer langen Dauer auskühlen kann, so dass ich mit meinem Neo schwimmen muss. Nicht immer gibt es, wie in Luxemburg an der Mosel, in der Nähe ein französischer Kernkraftwerk, welches die Mosel auf gefühlt 23 Grad warm hielt. Es war somit klar, dass ich nicht Brust schwimmen kann, da der Neopren Anzug so geformt ist, dass Brustschwimmen mit Neo einem Krafttraining gleicht, da das Material nicht für diese Bewegung gedacht ist. Ich hatte das Glück, dass sich Christian, unser Lohner Schwimm Europameister, einmal die Zeit genommen hat, mir Grundbegriffe zu erläutern. Ich erinnere mich auch heute noch gerne an die Schwimmstunde, in der der auf der einen Bahn Tobias seine Bahnen zog. Damals habe ich gedacht, dass das ja langweilig sein muss, ewig hin und her zu schwimmen. Durch Christian habe ich erfahren, dass die Fortbewegung weniger durch wilde Beinschläge, sondern durch gute Armzüge geschieht. Er sandte mir einige Leervideos zu, so dass ich autodidakt lernen konnte und im Olantis meine Bahnen schwimmen konnte – allerdings ohne Neo. Sehr wertvoll war für mich auch die Teilnahme eines durch Dominic organsierten Triathlon Workshops bei Nils Görke, speziell zum Thema Schwimmen. Das erste Neopren Training machte ich beim Testwettkampf im April in Fuerteventura. Da merkte ich, dass das Material noch erheblich gedehnt werden musste, um locker zu werden. Als das Vechtaer Schwimmbad und Lohner Waldbad aufmachte, trainierte ich dort im Neo. Zwei Mal absolvierte ich sogar die ganze Distanz in knapp 1 Stunde 30 Minuten. Ich habe meinen Neo als echten Freund kennengelernt. Er hält mich bzw. meinen Hintern, wie in einer Luftblase eingehüllt, oben am Wasser, so dass ich mit den Armen nur paddeln muss. Christian erinnerte mich noch kurz vor dem Wettkampf daran, dass ein Neo ein Kälteschutz sei und keine Schwimmhilfe. Ich habe mittlerweile verstanden, dass gute Schwimmer eher hoffen, dass das Wasser so warm ist, dass ein Neo Verbot ausgesprochen wird, da sie mit Neo nicht viel schneller sind. Bei mir ist der Unterschied so erheblich, dass ich ohne ihn erheblich mehr Kraftaufwand betreiben muss und deutlich langsamer bin. Ebenso habe ich verstanden, dass es dazugehört, seine Bahnen, wie ich es bei Tobias gesehen hatte, zu ziehen – es hat mir sogar fast immer Spaß gemacht. Fazit Schwimmen: Gut vorbereitet, Respekt, aber keinerlei Angst vor den 3,8 Kilometern.

Ich fahre gerne Rad, insbesondere gerne mit dem Rad zu Eisdiele. Ich fahre auch seit etwa 10 Jahren jedes Jahr mindestens einmal zu Arbeit nach Oldenburg je 70 Kilometer mit Rad hin und abends zurück, aber mit dem Rennrad über 180 Kilometer war doch die größte Herausforderung für mich, so dass Arnie auch dort den Trainingsschwerpunkt festlegte. Vorab ging ich noch zu Fanny Nieberding, um seine Einschätzung zu bekommen, ob ich mein 10 Jahre altes Stevens Rennrad für den Berg in Nizza ersetzen solle. Seine Antwort war unmissverständlich: „Das Rad ist noch sehr gut, Du musst nur trainieren.“ Schade, ich hatte eine andere Antwort erhofft, da die anderen Räder allein schon cooler aussahen und daher doch eigentlich schon schneller rollen und mich tragen würden. Der Vorteil war, dass ich gespart hatte. Zum Winter hatte ich mir dann einen Rollentrainer gekauft, um wetterunabhängig Rad zu fahren. 2-3 mal die Woche war ich dort zwischen 5 und 7 Uhr morgens jeweils 60-120 Minuten am Trainieren. Spaß hat es nicht immer gemacht, aber es fiel mir mit der Zeit leichter, zwei Stunden auf der Stelle zu treten. Im März habe ich mein Rad aus der Rolle genommen und bin draußen gefahren. Bis Ende Juni fuhr ich einmal die Woche bis zu 90 Minuten und am Wochenende bis zu 3,5 Stunden – immer morgens ab 5 Uhr. Mein Körper musste lernen, dass 100 Kilometer am Wochenende einmal normal ist. Mit Johannes habe ich jemanden gefunden, der auch zu der frühen Zeit unterwegs ist, so dass wir einige schöne Touren miteinander fuhren. Auch mit Dominic habe ich eine schöne Etappe absolviert und einiges dazugelernt. Einmal waren wir sogar zu viert mit Irmgard, Herrmann und Johannes, welcher unser Führer war, ab 5 Uhr unterwegs. Als wir dann auf dem Parkplatz des Autobahnraststätte in Damme ankamen, schauten wir uns an, ob ein anderer die Führarbeit machen sollte. Johannes hatte weiter unser Vertrauen und brachte uns im Regen nach Hause.

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Vier Wochen vor Roth ergab sich die Option, dass Iron Nato seine Hawaii erprobte Rennmaschine offerierte. Nach kurzer Absprache mit Arnie entschied ich mich: Irgendwann holst Du Dir eh eine cool aussehende Rennmaschine – folglich nutzte ich diese Chance. Es war eine sehr gute Entscheidung. Das Bild zeigt die bereits in Roth eingecheckte Rennmaschine mit den Challenge Roth Aufklebern, die mir Felix Walchshöfer als Organisator zusenden lies, um die Ironman Werbung zu überkleben: Meine Hommage an den Veranstalter der Cahllenge Roth.

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Drei Wochen vor Roth hatte Arnie mir gesagt, müsse auch mal 150 Kilometer auf der Uhr stehen. Mit Herrmann und Johannes gelangen die ersten 77 Kilometer auf der alten Triathlon Radstrecke, die zwei letzten Runden fuhr ich alleine, so dass am Ende 154 Kilometer auf der Uhr standen. Auf ein anschließendes Koppeltraining habe ich verzichtet, da ich den Kaffee mit Elisabeth vorgezogen habe. Fazit Rad: Insbesondere die lange Tour mit der neuen Rennmaschine hat mir das Vertrauen gegeben, die 180 Kilometer schaffen zu können. Und eines war sicher: Mit dem Bike fühlte ich mich schon fast wie ein echter Triathlet.

Gelaufen bin ich während der Vorbereitung nicht viel, lediglich desöfteren als Koppeleinheit nach dem Radfahren 45-90 Minuten. Selbstvertrauen hat mir der Missionslauf in Visbek zugunsten Sportler gegen Hunger gegeben. Erst zwei Stunden vorher entschieden, dort den Halbmarathon zu laufen, lief ich ihn in 1:48. Das Besondere daran war, dass ich die zweite Runde deutlich schneller als die erste Runde lief. Der Grund lag darin, dass mich bei etwa Kilometer 12 Horst überholen wollte, ich aber drangeblieben bin, ein mir nicht bekannter Ehrgeiz hatte sich entwickelt. Ich wollte sehen, ob ich mithalten konnte. Nach einigen gemeinsamen Minuten konnte ich sogar wieder überholen und das hohe Tempo halten. Ich rief ihm noch zu, dass er dran bleiben solle, aber er ließ abreißen. Ich war sehr überrascht, dass ich das Tempo bis zum Zieleinlauf halten konnte. Da erwartete mich schon Antonius strahlend. Um mit seinem Tempo mitzuhalten, muss ich noch mehr trainieren oder längere Strecken laufen, wie jährlich in Berlin. Fazit Laufen: Es läuft!

Die Vorbereitung lief somit perfekt. Anfang Juni hat mir die Halbdistanz im Kraichgau noch Selbstvertrauen gegeben, da ich dort in gut 6 Stunden durchkam – im Gegensatz zu Fuerteventura, wo es im April ein Kampf von 7 Stunden war. Ich investierte noch in ein neues paar Schuhe und lies bei Flockstar eine Woche vor Roth noch mein Motto auf meinen Einteiler setzen. Es hängt seit Ewigkeiten im Hafen von Wangerooge: „Gott schuf die Zeit, von Eile hat er nichts gesagt.“

Die letzten zwei Wochen vor der Challenge Roth
Wie ich erfuhr, nennt man die Zeit unmittelbar vor dem Wettkampf „Tapering Phase“. Man macht keine langen Belastungen mehr und gönnt dem Körper Ruhe. Entweder daher oder durch meinen für die letzten zwei Wochen beschlossenen absoluten Alkoholverzicht hat mich am vorletzten Wochenende vor dem Event ein Halsinfekt erwischt. Oje, ich habe alles aus der Apotheke geholt, was meine Elisabeth mir empfohlen hat. Ich hatte also neue Freunde gefunden.

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Ansonsten waren die letzten beiden Wochen ruhig und angenehm, lediglich beruflich war es nicht so ruhig, wie ich es sonst schon im Hochsommer wahrgenommen hatte.

Die letzten 48 Stunden vor dem Event
Am Freitag früh fuhr ich nach Roth. Am Nachmittag schnuppere ich im Triathlon Park vor Ort erste Langdistanz Luft und holte meine Startunterlagen. Kurz überlegte ich, ein Erinnerungsshirt zu erwerben. Ich entschloss mich dagegen, da ich es nur tragen wollte, wenn ich auch erfolgreich angekommen bin. Anschließend fuhr ich ins Hotel Fuchsbräu ins 40 Kilometer entfernte Beilngries. Eine schönes fränkisches Städtchen mit einem tollen Hotel mit familiärem Flair. Samstag früh der Schock: Mein Hals-Nasen-Ohren Infekt war wieder voll da, alles war zu. Große Ernüchterung stieg in mir auf. So kann man keine Langdistanz finishen. So darf man nicht starten, da Du Verantwortung insbesondere auch für Deine Familie hast. Nach dem Frühstück wurde es etwas besser. Ich konnte mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass ich Monate lang trainiert habe und morgen nicht starten konnte. Ich habe daher so weiter gemacht, als dass es schon besser werden würde. Ich präparierte mein Rad und packte die unterschiedlichen Beutel und fuhr zum Bike Check in nach Hilpotstein. Der Blick auf den Schwimmstart im Main-Donau-Kanal war beeindruckend (Foto ist vom Race day):

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Ich checkte mein Rad ein und machte mich auf den Weg nach Roth, wo am Nachmittag die Wettkampfbesprechung anstand. Auch am Samstag kaufte ich kein Shirt, da in mir die Überzeugung reifte, dass ich vermutlich nicht durchhalten könne. Einen Nicht Start schloss ich aus, da ich ja zumindest ins Wasser gehen könne; dort stand ja auch mein Rad. Gegen 17:30 Uhr machte ich mich wieder auf den Weg zum Hotel. Im Auto fühlte ich mich schweißig. Ich nahm das immer im Auto liegende Fieberthermometer: 37,2! Was ist das denn? Ich liege immer bei 36,7 – das muss an der Hitze im Auto liegen. Ich überlegte, im Internet zu surfen, ob eine Körpertemperatur durch Hitze alleine ansteigen könne. Ich beschloss, nicht zu schauen, da es ja so sein musste, sonst hätte ich ja erhöhte Temperatur. Kurz kam der Gedanke auf, im DM Markt noch ein neuen Fieberthermometer zu erwerben, da das andere evtl. falsch messe. Im Hotel angekommen, zog ich mich um und ging zu St Walburga, um dort die Abendmesse zu besuchen. Mir kamen viele Christen entgegen und einer sagte mir, dass wegen des Alststadtfestes in Beilngries heute schon um 18 Uhr der Gottesdienst stattfand und ergänzte „Der Wille allein zählt auch schon!“ Ich verbrachte daraufhin alleine 15 Minuten in St Walburga, sprach einige Gebete insbesondere zum heiligen Blasius, der für Halskrankheiten mein richtiger Ansprechpartner ist, zündete zwei Kerzen an und schrieb noch einen „Wunschzettel“.

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Mehr konnte ich nicht machen. Es lag nun in der Hand eines anderen, wie ich morgen aufwachen sollte. Mit leckeren Fussili gestärkt ging ich auf mein Zimmer. Ich legte mir noch mal alle Unterlagen zurecht, stellte fest, dass bei weiteren 5 Fiebermessungen nur einmal ein Wert von 37,2 auftauchte und sonst immer zwischen 36,4 und 36,9 angezeigt wurde – ich durfte mit der Hoffnung einschlafen, zumindest starten zu können. Die Chance auf ein Finishen habe ich an dem Abend nicht als realistisch eingeschätzt.

Race day
Unglaublich, mein Infekt war nicht mehr wirklich spürbar, als ich um 4 Uhr aufwachte und aufstand. Ein großer Dank geht an den hl. Blasius! Ich schmierte mir meine Milchbrötchen mit Honig und Nutella, um diese einerseits zu frühstücken und auch noch ans Rad zu kleben, um neben Gels und Riegeln etwas Vernünftiges während der Radstrecke zu essen. Am Schwimmstart angekommen, wurde dramatische Tenor Opernmusik und so etwas wie Vangelis gespielt. Andererseits in mir eine gespenstische Ruhe, vermutlich die Fokussierung auf den bevorstehenden Tag mit seinen Unsicherheiten, obwohl dort tausende Menschen waren. Sehr beeindruckend!

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Nach Abgabe meines Radbeutels bis 6:15 Uhr stellte ich fest, dass meine Riegel und Brötchen noch im Auto waren. So hatte ich etwas zu tun, um bis zu meinem Start um 7:45 Uhr zu überbrücken. Um 6:30 Uhr schaute ich noch beim Profi Start zu. Jan Frodeno, Daniela Ryf und die weiteren Mittbewerber hatte eine Frequenz beim kraulen, wie ich es vorher noch nie live gesehen hatte. Ab 6:35 Uhr starteten dann immer 200 Altersklassenathleten. Gegen 7:15 hatte ich alles am Rad verpackt und konnte mich noch etwas hinlegen und fokussieren. Um 7:40 Uhr durfte meine Gruppe ins Wasser, um bis zur Startschnur zu schwimmen. Ich hielt mich am Ende meiner Gruppe rechts am Kanalrand auf, auch wenn ich dadurch erst etwa 30 Sekunden nach dem Startschuss unter der Schnur über die Startlinie kam. 7:45 Uhr: Es beginnt und ich bin tatsächlich dabei. Emotionen überkamen mich, so dass ich unkonzentriert losschwamm. Nach wenigen Metern klappte es aber. Die ersten etwa 300 Meter waren eng, aber dann war ausreichend Platz im Kanal. Die ersten 1.000 Meter liefen nicht ganz rund, ich schaute immer wieder nach vorne, um zu sehen, ob ich in der Spur bin. Ab dann lief es einwandfrei, ich spürt nicht nur ausreichend Kraft, sondern spürte Wasser, welches ich mit meinen Händen wegdrückte. Das gört sich einfach an, aber das war ein wahnsinnig gutes Gefühl, da ich durch dieses Spüren des Wassers als Element es als etwas Festes wahrgenommen habe, anhand dessen ich mich nach vorne drücken konnte. Ich kam mir die restlichen 2,8 Kilometer so vor, als ob ich auf einem Surfbrett lag und enorm schnell nach vorne paddelte. Nach vorne geschaut habe ich gar nicht mehr, nur bei der Wende. Ich orientierte mich immer am Uferrand, dass dieser einige Meter von mir war. Einmal habe ich eine volle Linke von jemandem auf den Kopf bekommen und einen Fußtritt in den Bauch. Ich habe gelernt, dass es nichts bringt, danach zu fragen, was das soll. Weiterschwimmen lautet die Devise, schließlich war es keine Absicht und keiner möchte Zeit verlieren mit Lamentieren. Bei 1,9 Kilometer hatte ich kurz auf die Uhr geschaut: 43 Minuten, OK. Die zweite Hälfte überwog die Freude, dass ich keine Krankheit spürte. Glücklich stieg ich nach 1:26 aus dem Wasser. Mir wurde mein Radbeutel gereicht und ich zog mich um. Eine gute Entscheidung war, über meinen Sharky-Einteiler noch ein mein Radshirt zu ziehen, da es Schultern vor Sonnenbrand schützte. Die Temperatur war mittlerweile knapp 20 Grad und angenehm.
Auf dem Rad sitzend ließ ich es relativ ruhig angehen. Ich freute mich, dass ich überhaupt dabei war. Mir kam das Motto meines Gesellschafter in den Kopf: EWE – Erst Was Essen! Da hatte Arnie auch darauf hingewiesen, regelmäßig, d.h. etwa alle 30 Minuten Energieriegel essen. Die Ernährung ist eine ähnlich große Herausforderung wie Sportelemente selbst, schließlich verbrennt man etwa 10.000 Kalorien, die nachgefüttert werden müssen. Wenn man schon ans Essen denken kann, geht es einem gut. Ja, so war es, ich fühlte mich auf der Rennmaschine sehr gut. In Eckersmühlen an der Biermeile musste ich links abbiegen, erst beim dritten mal durfte man rechts nach Roth abbiegen. Ich höre noch heute den Stimmungsmacher an der Strecke: „Da kommt Dirk, seine erste Langdistanz. Schön, Dirk, dass Du sogar die Richtung nach links mit dem Arm anzeigst.“ Ja, ich hatte routiniert den Arm zum Abbiegen nach links gezeigt. Jetzt wusste auch ich, dass hier keine Autos auf der Strecke sind. ,Als an mir die Profis auf ihrer zweiten Runde vorbeirollten, war ich von deren Tempo beeindruckt. Da ich nur Nils Frommhold, Daniela Ryf, Anja Beranek und viele andere sah, muss Jan Frodeno schon vorbei sein oder raus sein. Am Ende erfuhr ich, dass er gerade schon vorbei war. Es rollte auch bei mir gut. Bei Kilometer 38 war der Kalvarienberg in Greding angesagt, erster echter Berg mit 10% Steigung. Im kleinsten Gang wuchtete ich meinen Körper nach oben, aber der Berg zog sich ewig lang. Erste Gedanken an doch etwas weniger Power in mir kamen auf. Nach der Abfahrt sagte ich mir, dass ich zumindest bis Kilometer 70, dem Solarer Berg, durchhalten müsse, um ihn zu erleben. Dort angekommen war es einer der emotionalsten Momente meines Sportlebens. Im kleinsten Gang fuhr ich zwischen den direkt an der Strecke stehenden Menschenmassen den Solarer Berg hinauf. Ich hätte echte Tränen in den Augen und spürte, dass dieses die Herzfrequenz nochmals in die Höhe trieb – trotzdem habe ich diesen Anstieg genossen. Danke an das wahnsinnig gute Publikum als Anfeuerer!

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Nun war die Taktik, dass ich immer nur in Etappen gedacht habe. Erst mal die erste Runde schaffen (etwa 85 Kilometer), dann noch mal den Kalvarienberg (Kilometer 120) und als abschließendes Highlight bei gut Kilometer 150 noch mal den Solarer Berg. Immer noch waren Massen von Zuschauern anwesend, die uns Radler hochschrien: „Komm, Dirk, gleich bist Du oben! Quäl Dich!“ Wahnsinn! Der Solarer Berg hatte mich auch die Schmerzen im rechten Knie kurz vergessen lassen, die ich ab Kilometer 130 hatte. Ich konnte keinen Druck mehr ausüben, sondern links nur noch ziehen, sonst kamen starke Schmerzen auf. Ich fuhr mit in Summe wenig Druck bis zum Ende der Radstrecke. Im Kopf hatte ich mir schon folgenden Film entwickelt: Wenn ich beim Auftreten merke, dass ich mit dem Knie nicht laufen kann, breche ich ab. So hatte ich eine echte Begründung, aufgeben zu dürfen. So viele Bekannte wussten, dass ich starte, nicht zuletzt durch die Kolumne in der OV von Antonius.

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Darüber hatte ich schon während der Radstrecke realisiert, dass zahlreiche von ihnen am PC mitfieberten, da ich eigestellt hatte, dass auf Facebook nach Beenden von Teilsequenzen der Strecke immer automatisiert ein Zwischenstand gepostet wurde und mein Garmin Fenix 3 desöfteren meldete: Jens….Guido…Joachim….Karin…..Ralf…Ulrike….hat kommentiert. Der (selbstverschuldete) Druck war somit enorm. Ich hätte mich ja auch einfach nur anmelden können uns es keinem sagen müssen. So bin ich aber nicht, da es mich motiviert, zu wissen, dass weitere Sportinteressierte mitfiebern. Nach 6 Stunden 30 Minuten erreichte ich die Wechselzone II. Nun kam für mich einer der spannendsten Momente: Beim Auftreten merkte ich nichts von den Schmerzen im linken Knie. WOW – es könnte also weitergehen. Helfer nahmen mir mein Rad ab und eine Dame begleitete mich ins Wechselzelt mit meinem Laufbeutel und der Frage: „Darf ich Ihnen helfen?“ Ich war so positiv angetan, dass ich nur – wohl etwas laut – sagte, dass mich das zu hause meine Frau nie frage. Ich nahm vielfaches Lachen und gutes Stimmung war und setzte mich. Fahrradshirt aus, Schuhe ohne Strümpfe an, Startnummer nach vorne und Mütze als Sonnenschutz auf, da die Sonne mittlerweile nicht mehr von Wolken geschützt war. Die Helferin bot mir noch an, ob sie mich eincremen solle. Ich nahm mit dem Hinweis „Ja, bitte die freien Schulterpartien.“ dankend an. So hätte ich gerne noch Stunden dort sitzen können…Sie weckte mich und sagte „Auf geht’s!“ Okay, der abschließende Marathon begann.

Aus dem Zelt kommend, spürte ich die starke Hitze, gefühlte 28 Grad, vermutlich waren es nur 23-24 Grad. Ein Wasserbecher wurde mir gereicht und ich wollte meine Füße mit lockerem Laufen in Fahrt bringen. Sie wollten nicht. Ich hatte mich die Monate der Vorbereitung immer wieder gefragt, wie es sein wird, einen Marathon zu beginnen, vor dem man 8 Stunden Sport gemacht hat. Mein Fazit: Trotz erfolgten Koppeltrainings war es schrecklich. Ich spürte weniger die Füße als mehr den Magen, der durch die Bewegung weh tat. Bisher zu mir genommene 5 Gels, 5 Riegel, 2 Milchbrötchen mit Honig bzw. Nutella und viele Liter ISO und Wasser spürte ich. Ich dachte an die Worte des letzten Sonntags in der Hundeschule: „Immer erst nach dem Gassi gehen füttern, da der Magen von Cleo an Fäden hängt und er sich umdrehen kann, wenn er vor der Bewegung isst.“ Was für Gedanken! Alles Gründe, aufgeben zu dürfen. Die ersten beiden Kilometer gingen durch den Wald. Ich bin wesentliche Teile davon gegangen. Immer wieder der Gedanke: Du kannst eh nun keinen Marathon mehr bewältigen, hör also auf. Dann die Gegenposition: Willst Du Dienstag in den Familienurlaub fahren und nur daran denken, dass Du es nicht geschafft hast? Willst Du, dass viele Kommentare auf Facebook lauten: „Schade, Dirk, aber tolle Leistung, alleine schon so lange zu schwimmen und Rad zu fahren, super!“ Nein, das wollte ich nicht. Mir kam sogar in den Kopf, dass Antonius mir bestimmt dann anbietet, dass er mir sein E-Bike, was er sich bestimmt kauft, auch mal leiht. Nein, ein DNF (do not finished) durfte nicht passieren, nur bei echten körperlichen Beschwerden. Selbst von dem Infekt war Dank des hl. Blasius nicht, aber auch gar nichts, zu spüren. Schon Laotse soll gesagt haben: „Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg!“ Mittlerweile war ich bei Kilometer 3 angekommen. Nur noch 39 dachte ich bei mir – immer noch unmöglich zu schaffen, der wahrnehmbare Magen beendete weiter die wirklichen Laufversuche. Ich stellte Getränkeversorgung auf viel Cola um. Arbeitskollege Dirk aus Oldenburg, der FFM 14 Tage vorher unter 12 Stunden finishte, hatte es mir geraten, früh auf Cola umzustellen. Die weiteren Kilometer konnte ich schon abwechselnd gehen und laufen. Bei Kilometer 3 waren bereits über 25 Minuten auf der Uhr, bei Kilometer 5 waren es 41 Minuten. Kilometer 7 erreichte ich nach 56 Minuten. Zuversicht kam auf, da ich realisierte, dass ich selbst bei 7,5 km/h „nur“ sechs Stunden brauchen werde, was dann zu 14 Stunden Gesamtzeit führt, was unter dem Limit von 15 liegt. Ich war innerlich so glücklich, da ich realisierte, dass ich eine echte Chance hatte, zu finishen. Meine Strategie: Nichts mehr riskieren, sondern nur auf Ernährung achten und wechselnd laufen und gehen. Mein sportlicher Respekt vor so einem „Gehmarathon“ hält sich in Grenzen. Ich versteh und akzeptiere, wenn Sportler sagen, dass das nicht wirklich Sport sei. Aber für mich war es an diesem Tag die Option, die ich wählte, um das Ziel zu erreichen: Der Einlauf in einem feiernden Stadion. Ab etwa Kilometer 7 ging es am Main-Donau-Kanal entlang, Kilometer 14 war ein Wendpunkt, um zurück zum Halbmarathon Punkt zu gelangen. Die Kilometer bis dahin waren einfach nur geprägt von Hitze, Steinen in den Schuhen, da wir auf Schotter liefen, und viel Flüssigkeitsaufnahme (Cola und ISO) und Gels. Zu einer echten Herausforderung wurden die Steine in den Schuhen. Es tat wirklich höllisch weh. Kleine Steine drückten sich in meine Füße. Ich weigerte mich aus zwei Gründen, sie herauszunehmen: Es wären immer neue reingekommen und ich hatte Sorge, dass die Füße schlimm aussahen. Bei Erreichen vom Halbmarathon waren etwa 2:50 auf der Uhr. Die zweite Hälfte war zu schaffen. Den Magen spürte ich schon seit über 10 Kilometer nicht mehr negativ, so dass alle Ampeln auf grün standen. Die nächsten 15 Kilometer gingen wieder am Kanal entlang. Drei Laufkollegen sprachen mich auf mein schönes Motto auf meinem Einteiler an. Ich erläuterte, dass es in Wangerooge am Hafen zu sehen sei und dachte nur „alles richtig gemacht“. Bei Kilometer 28 war noch mal beste Stimmung bei den Hardtsee Mafia Marathonis. Kurz darauf beschloss ich, einmal meine Schuhe zu leeren. Ein Fehler. Sofort zog einerseits ein Krampf in die Wade und ich sah, dass der linke Schuhe vorne rechts etwas „durchgeblutet“ war. Innen sah es aber nicht so schlimm aus , wie befürchtet. Ich leerte und packte wieder ein. Einige 100 Meter waren echt angenehm, nur dann kamen wieder erste Schottersteine rein. Da musste ich nun durch. Bei Kilometer 32 waren es noch 10 Kilometer. Ich nahm mir die Zeit für ein Erinnerungsselfie und sandte es meiner Familie und der FB-Gemeinde. Ich hatte mich extra vorher informiert, ob man auch das Handy nutzen dürfe.

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Bei Kilometer 36 überlegt ich noch mal, ob ich nun noch mal Gas geben solle, da ich mich gut fühlte. Ich verwarf den Gedanken aber, da ich es nicht als reizvoll ansah, ggfls. 15 Minuten weniger auf der Uhr stehen zu haben. Ich wollte nur den Zieleinlauf genießen, die Medaille und das Finishershirt haben. Bei Kilometer durch Roth kam ebenfalls noch mal beste Stimmung auf, sehr viele Menschen waren noch an der Strecke und feuerten uns an. Beim Schild KM 41 bekam ich Tränen in den Augen, da ich nun wusste, dass ich es packen werde. Ich konnte mich nun auf den Zieleinlauf konzentrieren. Als ich ins Stadion einlief, war es noch emotionaler als ich es mir vorgestellt hatte, was wohlmöglich daran lag, dass es schon dunkel wurde und alle Zuschauer grüne Leuchtstäbchen in der Hand schwenkten. Ich realisierte, dass ich morgens ins Wasser gestiegen war und nun bei Dunkelheit erst ankam. Was für ein Sonntag. 13 Stunden, 47 Minuten und 28 Sekunden waren vergangen, was das Foto dokumentiert.

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Den Lauf im Stadion filmte ich als Erinnerung. Die Bilder werde ich im Kopf noch sehr lange gespeichert haben. (Dieses Foto verdanke ich dem Tri-mag. Es veröffentlichte von Roth „Gesichter des Glücks“. Ja ich war und bin glücklich!

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Eine Helferin legte mir die Medaille um. Ich hatte es geschafft!

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Ich dankte meinem Rosenkranz als rettenden Begleiter und genoss die Laola der Rother Mädels.

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Was für eine Stimmung. Die Tränen kamen wieder beim Blick zurück in das Stadion – ein schöner Blick und für mich ein Moment für die Ewigkeit!

Nachbetrachtung
Das Finisher Shirt trage ich nun schon seit 4 Tagen. Manchmal dachte ich schon, dass mich viele Tischnachbarn anschauen. Bei der Frage, ob sie das wegen des Aufdruckes machen oder wegen einer möglichen Geruchsbildung, komme ich immer zu der Antwort „wegen des Aufdruckes“ – und das, obwohl ich noch atme. Montag – das ist wirklich wahr – war der Halsinfekt auch wieder da. Die gute Luft auf Rügen tut ihm gut.

Es wird vermutlich nicht meine letzte Langdistanz gewesen sein, da ich beim abschließenden Marathon noch Luft nach oben sehe. Ferner ist es schön, monatelang ein Ziel vor Augen zu haben, für das es lohnt, sich neben meinen anderen wesentliche(re)n Themen im Leben (Glaube, Familie und Arbeit) mit einem Hobby zu beschäftigen.
Nun habe ich aber bezogen auf die Distanz keine echte sportliche Herausforderung mehr, außer das Ziel der Qualifikation für den Ironman Hawaii in 2025 – dann bin ich in der Altersklasse 55 und werde wohl im Bereich von unter 11 Stunden finishen müssen. Träumen darf ich ja……….Dabei werden wir traumhafte Erinnerungen an die Challenge Roth helfen!

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Einen grandiosen Projektabschluss machte der tolle Artikel von Franz-Josef Schlömer in unserer Oldenburgische Vokkszeitung am 23.7.2017. Vielen Dank, Franz-Josef!

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————–Ab hier alt ———————-
Road to Roth – one week to go!

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Der Traum der Langdistanz und vom Ironman Hawai lebt weiter!

Nun sind es noch 7 Tage bis zu meinem bisher größten Sportevent bzw. meiner bisher größten persönlichen sportlichen Herausforderung. Ich darf am Ursprung des Triathlon in Deutschland, in Roth, zu meiner ersten Langdistanz im Triathlon antreten!
Die Vorbereitung ist abgeschlossen und verlief mehr oder weniger reibungslos. Meine Trainingszeiten lagen immer in der Woche zwischen 5 und 7 Uhr und am WE zwischen 5 und 9 Uhr, wenn lange Einheiten sein mussten.
Vor drei Tagen kam ein Halsinfekt an, welcher aber abklingt und in 2 Tagen der Vergangenheit angehören wird. Alle Ampeln stehen somit auf grün!
Freitag ist Anreise und erstes Beschnuppern vor Ort, Samstag Unterlagen abholen, Rad einchecken und Race briefing – und Pasta Party.
Sonntag geht es um 7:45 los. Mein Rosenkranz und der seit Ewigkeiten geltende Spruch am Wangerooger Westhafen wird mich während des Rennens begleiten:

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Die Vorfreude ist riesig auf 3,8 KM Schwimmen, 180 KM Radfahren und einen abschließenden Marathon laufen!
Ich bin sehr gespannt, was abgehen wird und wie mein Körper damit umgeht:-)

Vielen Dank schon vor dem Wettkampf an alle, die mir Mut zugesprochen haben und mich damit unterstützt haben! Danke!!!

Lohne, 10. Juli 2016

——-ab hier alt: 50 Tage bis Roth———–
Der Beginn meines zweiten Sportlerlebens nach der Jugend (Tennis war ein wesentlicher Lebensinhalt) war seit 2005 von dem Ziel geprägt, einmal einen Marathon zu finishen. Dieses hat geklappt. Ebenso konnte ich mein zweites Ziel, einmal unter 4 Stunden zu finishen, mittlerweile erreichen. Nun habe ich keine echten Ziele mehr, aber Wünsche bzw. Visionen, welches ich versuche in Balance zu Familie und Beruf zu erreichen.

– Das erfolgreiche Absolvieren einer Langdistanz Triathlon
– Die Qualifikation für den Ironman Hawai (frühestens ab AK 55)
– Das Finishen des Ironman Hawai
– Die Teilnahme und das Finishen des New York Marathon 2028

Mit etwas Glück habe ich für den 17. Juli 2016 einen Startplatz für die Challenge Roth bekommen. Da soll es also klappen. Bei meinem derzeitigen Trainingszustand gehe ich noch von etwa 13 Stunden 30 Minuten aus, aber wesentlicher als die Zeit ist es, das Ziel zu erreichen. Die Halbdistanz in Fuerteventura hat mir im April deutlich meine Grenzen und Defizite aufgezeigt. https://faszinationmarathon.wordpress.com/?page_id=648&preview=true Anfang Juni steht noch eine zweit Halbdistanz im Kraichgau an. Ich bin durch die gute Trainingsplanung von Arnold sehr zuversichtlich, besser über die Radstrecke zu kommen. Auch ist die Gewichtsentwicklung OK. https://faszinationmarathon.wordpress.com/warumlaufeich/einsichten-und-aussichten-2013-in-das-laufleben-von-dirk/?preview_id=150&preview_nonce=3cbe564c8a&preview=true Danach sehen wir weiter, was noch für Roth zu tun ist.

Sonntag, 29. Mai 2016

———ab hier alt———————————————————————————————-
Die Vorbereitung der letzten Wochen brachte zwei mal je Woche 90 Minuten Rollentrainer und Laufen aller Art mit sich. Das Jahr 2015 habe ich abgeschlossen in Mühlen: Das Training und die gemäßigte Gewichtszunahme zum Jahresende machten es möglich, dass ich relativ locker in 47:07 finishte. Das hatte ich nicht gedacht, dass das möglich sein kann.
Über die Weihnachtstage reifte der Entschluss, dass ich 6 Wochen vor Nizza noch eine Standortbestimmung brauchte. Schnell wurde der Kalender betrieblich und privat geprüft: Im Ergebnis werde ich 6 Tage Urlaub auf Fuerteventura machen und am 23.4.2016 dort die challengefuerteventura als Mitteldistanz mitmachen. Die Vorfreude ist riesig!
Nun gilt es, gesund zu bleiben, mit dem Schwimmtraining etwas anzufangen und Ernährung im Blick zu haben.
Ob und wenn ja, was es als Spendentriathlon wird, weiß ich noch nicht.

Update vom 1.1.2016
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Der Entschluss: Ja, es muss eine Langdistanz in 2016 sein!

Noch am Abend des am 20. Juni 2015 gerade bewälltigten Ironman Luxembourg 70.3 war ich mir sicher, dass es in 2016 eine Langdistanz werden wird. Nach einiger Recherche habe ich mich am 2. Juli für Nizza angemeldet. Mögliche hohe Temperaturen an der Côte d’Azur Anfang Juni, 3,8 Kilometer Schwimmen im Mttelmeer und der Anstieg auf den Col de l’Ecre sprachen nicht zwingend für Nizza, aber der Termin passte mir am besten. So werde ich mich also die kommenden gut 300 Tagen intensiv vorbereiten. Neben dem notwendigen Training plane ich auch, meine Ernährung entsprechend auf den langen Tag auszurichten und etwas gesünder zu gestalten. Ab 1. September 2015 bis zum 5. Juni 2016 werde ich auf Alkohol verzichten – 3 Joker gestehe ich mir zu, d.h. dass ich an drei Tagen ein paar Tropfen genießen kann. Ich denke, dass es zwar eine Entbehrung ist, aber letztlich zu schaffen ist, da es meine Frau während „unserer“ drei Schwangerschaften auch geschafft hat. Ich freue mich schon sehr auf die 9 Monate der Vorbereitung. Arnold wird mich, wie für Luxembourg, mit Trainingsplänen usw. als Coach unterstützen und so intensiv begleiten. Hoffnung habe ich noch, dass Alex, mein Luxembourg Mitstreiter, noch mitkommt.
Zur Zielsetzung kann ich aus heutiger Sicht nur sagen, dass ich gesund durchkommen möchte. Ich gehe derzeit von 14 +- 1 Stunde aus.

Der Traum lebt!

Vorbereitung, Ausstattung, Training usw.

Rollentrainer
Zum Radtraining habe ich mir letzte Woche einen Rollentrainer gekauft, den Genius von Tacx. Selbstverständlich mit den Video der Ironman Nizza Radstrecke: Die Technik macht es möglich, dass ich auf dem Bildschirm des PC sehe, wie ich die Strecke befahre und die „Bremse“ des Rollentrainers sorgt dafür, dass die Steigungen mittels der Elektronik simuliert werden. Eine Steigung von 7% ist mir derzeit noch zu heftig, da ist noch einiges an Training notwendig, aber es ist ja noch Zeit.

Fahrrad
Mit Sven habe ich mich dazu ausgetauscht, ob ich vom Rennrad auf eine Triathlon Rennmaschine umsteige. Ich habe mich auch durch seine Empfehlung dagegen entschieden, da die größte Herausforderung des Radkurses der Anstieg auf den Col de l’Ecre ist: Auf einer Strecke von 18 KM muss ich 900 Höhenmeter überwinden.
Mit meinem 2008 erworbenen Rennrad Stevens Rennrad bin ich zu Fanny Nieberding gegangen, um zu erfahren, ob ich ein neues Rennrad benötige, weil sich ggfls. die Technik deutlich weiterentwickelt habe. Ich brauche kein neues Rennrad, ich müsse nur ausreichend trainieren…..Vielleicht werden es ja noch zwei neue Aero Laufräder für die Abfahrten, wenn ich den Berg hochgekommen bin – sieht auch cooler aus, oder? ….ja, aber es macht mich nicht wirklich schneller. Der Winter auf dem Rollentrainer wird noch hart werden.

Neoprenanzug
Diesen habe ich schon, auch wenn ich ihn in Luxemburg nicht angezogen habe. Ihr seht auf meinem Facebook Titelbild einen ohne Neo – ja, das bin ich. Im Mittelmeer werde ich einen Neo benötigen, d.h., dass ich vermutlich auf Kraul umstellen muss, da Brust im Neo zu anstrengend ist. Erste Versuche nach Tipps von Christian G. habe ich absolviert. Es ist sehr anstrengend im Vergleich zum Brust Schwimmen, aber es scheint machbar. Wenn es nicht klappt, dann schwimme ich Brust. Für die 3,8 Kilometer taxiere ich mit Brust etwa 1h 45min.

Schuhe
Habe ich mehr als meine Frau😄 Wenn ich ein neues Paar benötige, wird Arnold mir behilflich sein.

Das echte Training werde ich am 1. Januar 2016 aufnehmen. Vorher werde ich viel Radfahren, Schwimmenund noch zwei Marathon absolvieren. Ende September steht Berlin mit Antonius an: Die sub4 werden wieder angegangen! Ende Oktober laufe ich mit Jens den Venedig Marathon. Hier gibt es keine Zeitziele: gemeinsam durchs Ziel laufen reicht uns!

Vorher soll es noch am 2. August 2015 die Olympische Distanz in Thülsfelde, am 16. August 2015 der Red Bull Tri Island und am 13. September 2015 die Olympische Distanz in Damme sein. Alles aber nur, wenn es zeitlich gerade passt.

Aufgeplant für Nizza wird natürlich auch schon das „Drumherum“. Bisher ist der Plan, dass ich am Donnerstag vor dem großen Tag anreise. Lars hat Interesse gezeigt, dass er mitkommt, es freut mich riesig, wenn es klappt. Wir werden wohl drei Tage nördlich von Nizza auf etwas „Weingutähnlichem“ unterkommen. Nach dem Wettkampf, so der aktuelle Plan, geht es am Montag nach Chur, Graubünden, um dort drei Tage die Berge zu bestaunen und zu entspannen. Ob es danach direkt nach Hause geht oder noch eine Station eingelegt wird, ist noch zu planen.

Der Traum wird noch weiter aufgeplant und lebt weiter.

In Vorbereitung bzw. auf Suche bin ich noch nach einem guten Zweck, für den ich durch diese Veranstaltung Spendenmittel einwerben kann: Auch wenn Nizza weit weg ist, soll es etwas sein, was in der Region Oldenburger Münsterland verankert ist.
Zum Trainingsbeginn werde ich Klarheit haben und mich melden. Unterstützer sind wieder herzlich Willkommen!

Bericht vom 27.7.2015

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