Guernsey Marathon 24.8.2014

Guernsey Marathon 24.8.2014

Im Juni kam ich auf die Idee, Ende August noch einen internationalen Vorbereitungsmarathon für den Ende September stattfindenden Berlinmarathon zu genießen. Da die Kinder noch Ferien hatten, konnten diese die Zeit ohne Mama und Papa bei Freunden entspannen. Zur Auswahl standen Island oder Guernsey – ich habe mich für Guernsey entschieden, da die gefundenen Flugverbindungen für Guernsey vielversprechend waren. Freitag vormittags ab Köln und Montag spät nachmittags ab Guernsey zurück. Mit dem OGH Hotel buchten Elisabeth und ich einen britischen Klassiker, der das Richtige für unsere Reise zum 16. Hochzeitstag versprach und auch hielt.
Am Freitag Nachmittag, Samstag und Sonntag war herrliches Wetter: Heiter bis wolkig, ohne Niederschlag bei knapp 20 Grad. Nachdem wir Gastronomie (tolle Fischrestaurants am Hafen in St Peter Port!) und Vegetation schon umfangreich genossen hatten, ging ich Sonntag gegen 8:30 Uhr aus dem Haus, um zum Start zu gehen.
Auf dem Weg dorthin lernte ich Dr. Richard Holmes (Rich) aus den USA kennen. Es war nicht sein 49. Marathon, sondern sein über 400. im 49. unterschiedlichen Land. Er erwähnte noch, dass er Head of Marathonglobetrotters (http://www.marathonglobetrotters.org) wäre, was ich aber nur nebenbei wahrnahm. Mitglied kann man werden, wenn man einen Marathon in fünf verschiedenen Ländern absolviert hat – meinen Antrag habe ich am Morgen nach dem Lauf gestellt:-) Rich schrieb mir am Montag morgen eine unglaubliche Mail, die ich Euch nicht vorenthalten möchte:
„Dirk,
It was also a pleasure to meet you — it brightened the completion of my 49th country and I look forward to your membership in the club. Hopefully you can attend our annual club meeting in Nassau (Bahamas) in January. I also appreciate you sending the pictures.
Today is not going as well. I was unable yesterday to arrange a taxi for this morning so I got up at 3:15 and ran by torchlight wearing my carrying bag to the airport. I managed to do that without getting lost and was on the first flight out. But a large bird was struck by our engine just as we lifted off so after a careful check of the flying characteristics of the airplane, we circled back and landed at Guernsey about the same time we were scheduled to land in London. No status now for our flight but clearly I won’t be on my flight back to the USA today. The adventure continues . . .
Rich
Sent from my iPhone“
Wenn man nach London laufen könnte, er würde es machen:-)

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Bild: Vor dem Start mit Rich Holmes, USA

Im Nachhinein denke ich, dass es doch einen ganze Menge Leute waren, die ich vor dem Start im Smalltak „kennengelernt“ habe, daher diese in Kurzform:

Als ich dem Favoriten aus Kenia Reuben Chumba viel Glück wünschte, gesellte sich ein Schotte Robert Young (www.marathonmanuk.com) zu uns. Schnell war ein Erinnerungsbild gemacht:

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Bild: Vor dem Start mit Robert Young und Reuben Chumba, dem späteren Sieger

Dann kam ich noch ins Gespräch mit einer weiteren Schottin, einem ehemaligen „Guernseyaner“ und „Guernseyanerin“. Sie hatten, wie ich, hohen Respekt vor dem Anstieg von knapp 400 Höhenmetern auf den ersten zwei Meilen.

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Bild: Smalltalk vor dem Start

Nun konnte es dann auch endlich losgehen. Als ich den Anstieg der ersten zwei Meilen hinter mich gebracht hatte, musste ich mich noch einmal umschauen: Das war schon hart, so etwas zu Beginn einzubauen!

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Bild: Meile 2 – Rückblick auf den Anstieg

Die kommenden etwa 6 Meilen ging es durch eine Landschaft, die geprägt war durch schönen Baumbestand, sehr gepflegte Anwesen und Wiesen. Nachdem ich den Flughafen hinter mir gelesen hatte ging es über schmale Straßen Richtung Küste. Bei etwa Meile 10 lief ich auf ein Paar auf, bei dem der Mann in Badelatschen lief. Er kam übrigens auch etwa 10 Minuten nach mir ins Ziel – auf Badelatschen!

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Bild: Dass man damit einen Marathon latschen kann….

Die kommenden 5 Meilen ging es an der Westküste Guernseys entlang. Nach 13,1 Meilen war der Halbmarathon absolviert, was eine willkommene Pause für ein Foto war.

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Bild: Halbmarathon war geschafft bei etwa 2h 10min

Bei etwa Meile 15 ging es noch einmal rechts in ein sehr schönes Wohngebiet und vorbei am Saumarez Park, einem herrlichen Park mit herrschaftlichem Anwesen. Das war noch mal ein harter An- und Anstieg über etwa gut 2 Meilen. Anschließend es entlang der schönen West- und Nordküste weiter. Anbei ein paar Impressionen der Küstenlandschaft und der Häuser:

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Bilder: Küste im Westen und Norden Guernseys

Der Veranstalter hatte geschrieben, dass es auf der zweiten Hälfte Gels an den Verpflegungsstationen gibt. Diese habe ich leider nicht gefunden, so dass ich erstmals ausschließlich Wasser zu mir nahm, da ich keine eigenen Gels dabei hatte. Kurz vor Meile 20, d.h. noch 6 Meilen (knapp 10 Kilometer) zu laufen, spürte ich auch eine logische Unterzuckerung auf mich zukommen. Wie durch ein Wunder war da eine Lady am Straßenrand und rief: „You want big balls?“ Als ich bei ihr war, sah ich Haribo – meine Rettung. Weitere zwei Meilen später war sie noch mal da und gab mir einige der rettenden Energiespender. Vielen Dank!

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Bild: Meine mir mit Haribo Energie spendende Lady, Danke!

So konnte ich weiter durchlaufen. Der oft schon einsetzende Kampf mit mir, dass ich doch mal gehen sollte, kam nicht auf. Mir ging es gut, so dass ich konstant meine Tempo von gut 6 Minuten je KM weitergejoggt bin. Wenige Meilen vor dem Ziel konnte ich das Ziel erblicken: St Peter Port

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Bild: St Peter Port war in Sichtweite – nur noch etwa 3 Meilen: Dann schon das Schild „1 mile to go“!

Nach 4h 19min 20sec kam ich ins Ziel. Die Zielsprecher sprach: „well done Dirk from Germany“ – dem konnte ich nichts hinzufügen.
Der Guernseymarathon ist landschaftlich faszinierend gewesen und mit seinem Profil auch eine Herausforderung. Dank des fantastischen Wetters und der Energie spendenden Haribos habe ich so meinen 15. Marathon erfolgreich absolviert. Neben einer schönen Medaille gab es einen 1/2 Liter fettarme Guernseymilch – wirklich lecker!

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Am Sonntag Abend gingen Elisabeth und ich noch in einem Gottesdienst, der – vermutlich aufgrund der Sprache und des anderen, sehr stimmungsvollen Gesangs – auch faszinierend war.

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Montag Vormittag hielt sich der Muskelkater in Grenzen, dafür gab es „it’s raining fast and dogs“. Am Nachmittag ging es nach einem sehr schönen langen Wochenende wieder in die Heimat.

Guernsey – absolut eine Reise wert, nicht nur wegen des Marathon!

Auf Jersey gibt es auch einen Marathon – Oktober 2015 kann ich mir gut vorstellen:-)

P.S.: Rick mailte eben um 14:39:
„I’ve reached Heathrow and been rescheduled on a flight to NY. I still hope to get home tonight!“
Have a good journey, Rick, nice to meet you!

Zu guter letzt noch der Beweis, dass ich kein GEHER bin, sondern Läufer: Auf diesem Foto des Guernsey Marathons sind eindeutig beide Füße in der Luft.

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