Fuerteventura Challenge 70.3. – 23. April 2016

Las Playitas Ressort: Ein sehr schöner Ort für eine sehr schöne Veranstaltung!

Las Playitas Ressort

Der Wecker ging um 5:30 Uhr. Ein Gang auf den Balkon zeigte Wolken am Himmel – ideale Bedingungen. Der erste Gang ging zum am Vortag eingecheckten Rad: Aufpumpen auf knapp 8 bar, Riegel ankleben und Wasserflaschen anbringen. Nach einem Frühstück und kurzer Pause ging ich gegen 7:45 Uhr zum Strand. Etwa 200 willige Triathleten tümmelten sich dort bereits. Ich hatte das Glück, dass James Mitchell gerade Fotos machte. Ich drängte mich auf und er machte eines von den wenigen Fotos, welches ich sogar mag von mir:

ChallengeFuerte-FN6A8427-©JAMESMITCHELL

Nach dem Start der Profis durften wir um 8:05 starten. Schnell spürte ich einige Schläge meiner Nachbarschwimmer, anfangs drückte ich deren Körper zur Seite, danach habe ich gemerkt, dass das keinen interessiert, so dass ich nur meinen Weg und Rhythmus suchte. Nach 300-400 Metern fand ich ihn, ruhig wurde es erst auf der zweiten Runde. Ich hatte konsequent ein gutes Gefühl beim Schwimmen. Als ich beim Ausstieg erstmals auf die Uhr blickte, war ich überrascht, schon nach 35 Minuten fertig zu sein. Der Weg zum Rad war mit etwa 500 Meter recht lang, so dass ich nach 100 Meter auf einer Mauer Platz nahm, um meinen Neo auszuziehen – das war eine gute Entscheidung, da ich mich dabei schon erholen konnte und dann mit dem Neo in der Hand zum Rad joggen konnte.
Der Beginn auf dem Rad verlief gut, ich fühlte mich sofort wohl. Nach einer Weile, vermutlich nach 20-30 Minuten, hatte ich aber den Eindruck, dass es immer nur bergauf ging und nur Gegenwind war. Ich zweifelte schon daran, ob ich das richtige Profil auf mein Rad geklebt hatte, dass es dort auch mal bergab ging. Bei KM 35 war ein Anstieg so steil, dass ich sogar schieben musste. Unter meinem linken Schuh wackelte eine Platte. Anstatt anzuhalten und sie wieder festzuschrauben, wartete ich darauf, dass sie sich endlich löste: Als dieses geschah, lies ich sie liegen und freute mich noch: Endlich ist das Ding ab! Im Nachhinein zeigt mir diese Situation, dass ich schon völlig fertig war, Es wurde noch schlimmer, da ich ab dann einerseits nicht mehr zur Entspannung stehen konnte, um mich zu strecken – ich rutschte nach einem Versuch ab – und andererseits auch nicht mehr mit dem linken Fuß ziehen konnte. Ich quälte mich folglich bis KM 70 durch. Immer wieder kam der Gedanke auf, ob ich die cut-off time überhaupt schaffen würde. Als das Motorrad kam, war ich sicher, dass es nun soweit war: Glück gehabt, es fuhr vorbei. Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass ich immer mehr als eine halbe Stunde vor der cut-off Zeit war. Bei KM 70 stieß ich mit Tränen in den Augen einen Freudenschrei aus, da ich wusste, dass es nun ausschließlich bergab ging. Ich war mir dort sicher, dass ich finishen werde. Für die Radstrecke benötigte ich 3:59 anstatt geplanter 3:10. Lerneffekt daraus: Setze Dir nie Ziele für Strecken, die Du nicht kennst und nicht einschätzen kannst. Solche Berge, solchen Wind und die mittlerweile brennende senkrecht stehende Sonne kannte ich nicht. Es hat mich fertig gemacht!
Der Wechsel klappte reibungslos. Auch die ersten Schritte fühlten sich sehr gut an. Mein Zeitziel von sub6h bzw. unter 6:20 hatte ich ad acta gelegt. Es ging nur noch darum, in der Hitze einen Halbmarathon zu absolvieren. Das Auf und AB auf der Strecke hatte ich so nicht im Plan. Etwa bei KM 7 beschloss ich, bei jedem Getränkestand (alle 2,5 KM)und bergauf immer zu gehen. So freute ich mich, dass ich nach etwa 2:10 über den Golfplatz des Ressorts die letzten 1,5 KM in Angriff nehmen konnte. Voller Freude durchlief ich nach 7 Stunden 3 Minuten und 20 Sekunden durch das Ziel und lies mir stolz meine Medaille um den Hals hängen. Nach einer kurzen Erholungspause sah ich James Mitchell, den ich bat, noch ein Foto zu machen. Es drückt meine ganze Freude über das Finishen aus, welche ich in den Minuten verspürt habe:

ChallengeFuerte-FN6A9545-©JAMESMITCHELL

Es lief bzw. rollte insbesondere anders als gedacht, da es viel härter war als ich vorher angenommen hatte. Aber: Ich bin gesund im Ziel angekommen – im Gegensatz zum Hawai-Sieger von 2013 Frederik van Lierde, der in Führung liegend auf dem Rad stürzte und sich u.a. das Schlüsselbein verletzte. Am Tag vor dem Rennen war er noch sehr zuversichtlich (und ich stolz, mit ihm auf dem Foto zu sein:-)).

Mit van Lierde

Beim abendlichen Bier nach dem Rennen war die Freude insbesondere darüber groß, dass es sich in Roth mit dem Solarer Berg nur zweimal um eine kleine Asphaltblase im Vergleich zu den Bergen Fuerteventuras handelt. Die Freude wurde auch dadurch nicht getrübt, dass es beim Ironman 70.3 am 5. Juni 2016 im Kraichgau noch einmal echte Berge zu bewältigen gibt.

Challenge Fuerteventura im Ressort Las Playitas war eine Reise wert!

Ergebnisüberblick:

Ergebnis Fuerte

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